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Ist Bildschirmzeit für ein Baby jemals in Ordnung? Was die WHO tatsächlich empfiehlt

Von Lybadora Redaktionsteam3 Min. Lesezeit

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt für Säuglinge unter 1 Jahr überhaupt keine Bildschirmzeit. Für Einjährige wird sitzende Bildschirmzeit ebenfalls nicht empfohlen. Mit 2 Jahren sollte sitzende Bildschirmzeit laut WHO nicht mehr als 1 Stunde pro Tag betragen, und weniger ist besser; dieselbe Obergrenze von 1 Stunde gilt weiter für 3- und 4-Jährige. Die Empfehlung steht neben Zielen zu Bewegung und Schlaf, nicht als eigenständige Regel.

Erklärung

Die WHO-Leitlinien von 2019 beantworten diese Frage mit einer altersabhängigen Linie, die stufenweise nachgiebiger wird, und die Linie für das erste Lebensjahr ist die strengste von allen: keine.

Belege

AlterSitzende Bildschirmzeit
Unter 1 JahrÜberhaupt nicht empfohlen
1 JahrNicht empfohlen
2 JahreHöchstens 1 Stunde pro Tag; weniger ist besser
3-4 JahreHöchstens 1 Stunde pro Tag; weniger ist besser

WHO: To grow up healthy, children need to sit less and play more

Die Leitlinie benennt auch, was die WHO für die Jüngsten in sitzenden Phasen stattdessen vorschlägt: Vorlesen und Geschichtenerzählen mit einer Betreuungsperson.

Was die Zahlen bedeuten

Die Empfehlung steht nicht allein: Die WHO fasst sie als eines von drei verbundenen Zielen für dieselbe Altersgruppe, neben Bewegung und Schlaf. Für Kinder von 1 bis 4 Jahren gehören dazu mindestens 180 Minuten tägliche körperliche Aktivität (mit über 60 Minuten mittlerer bis intensiver Aktivität im Alter von 3 bis 4 Jahren) und altersgerechte Schlafmengen (12 bis 17 Stunden für Säuglinge, abnehmend auf 10 bis 13 Stunden mit 3 bis 4 Jahren). Alle drei stehen innerhalb der weiteren Empfehlung, ein Kind nicht länger als eine Stunde am Stück im Buggy, Hochstuhl oder in einer Trage festzuhalten.

Zusammen gelesen geht es weniger um Bildschirme als darum, wie ein Tag verbracht wird: Die Sorge der WHO gilt der Verdrängung aktiver Zeit mit einer Betreuungsperson, und ein Bildschirm ist schlicht das klarste Beispiel für etwas, das genau das zuverlässig tut.

Was Eltern beobachten können

  • Ob im ersten Jahr überhaupt Bildschirmkontakt stattfindet, denn das ist die einzige Altersgruppe mit einer Nulllinie statt einer Obergrenze.
  • Die gesamte sitzende Zeit über einen Tag, nicht nur die Bildschirmzeit: Die Empfehlung zum Festhalten gilt genauso für Zeit im Sitz oder in der Trage.
  • Was eine sitzende Phase ersetzt, denn die eigene Alternative der WHO (Vorlesen, Geschichtenerzählen) ist die eigentliche Empfehlung, nicht bloß das Fehlen eines Bildschirms.

Was ein Muster erklären kann

Bildschirmkontakt schwankt in einem Haushalt mit mehreren Betreuungspersonen oft stark danach, wer gerade da ist: Großeltern, ein Geschwisterkind oder ein anderer Tagesablauf können die Summe verschieben, ohne dass jemand entschieden hätte, etwas zu ändern. Das festzuhalten macht diese Schwankung sichtbar statt zur Frage des Eindrucks.

Was Eltern tun können

Behandeln Sie die Linie unter 1 Jahr als echte Null statt als groben Richtwert, und zielen Sie im zweiten Jahr eher unter die Grenze von 1 Stunde als bis an sie heran, im Sinne des WHO-eigenen "weniger ist besser". Wenn Bildschirmnutzung stattfindet, benennen Sie, was sie verdrängt, aktives Spiel, einen gemeinsamen Moment mit einer Betreuungsperson, und nutzen Sie das als das Nützlichere, worauf man achtet, statt allein auf Minuten an einem Gerät.

Sicherheitshinweise

Dieser Artikel beschreibt eine Leitlinie des öffentlichen Gesundheitswesens auf Bevölkerungsebene, kein Urteil über die Umstände einer einzelnen Familie; Videoanrufe mit entfernt lebenden Angehörigen werden in verwandten Leitlinien üblicherweise getrennt vom passiven Bildschirmkonsum behandelt. Sprechen Sie mit einer Kinderärztin über Bildschirmnutzung, wenn Sie eine konkrete Entwicklungssorge haben; dieser Artikel diagnostiziert oder beurteilt kein Kind.

Quellen